Approach Briefing

SWANS-LL-2015-003

Anlass

Das BAZL wird regelmässig über Vorfälle in der VFR- Fliegerei informiert, welche sich im Anflug auf kontrollierte und unkontrollierte Flugplätze ereignen, u.a.

  • Abweichen von publizierten Anflugsektoren oder -routen
  • Falsche Positionsangaben am Funk
  • Über/-Unterschreiten der Platzrundenhöhe
  • Durchfliegen des aktiven Segelflugsektors
  • Verwechslung left/right-hand Circuit
  • Unsicherheit in Bezug auf Durchstartverfahren

BAZL-Kommentar

Piloten führen vor Antreten des Fluges eine umfassende Planung durch, in welcher sie sich u.a. auf die Gegebenheiten des Zielflugplatzes vorbereiten. Diese Vorbereitung erfolgt i.d.R. mehrere Stunden vor dem eigentlichen Anflug und die meteorologischen Gegebenheiten können sich in der Zwischenzeit verändern.

Im Approach Briefing setzt sich der Pilot nochmals zeitnah und ohne Druck mit den Gegebenheiten und dem Anflugverfahren auseinander und bereitet sich mental auf die zu erwartenden ATC- Anweisungen auf kontrollierten Flugplätzen vor. Dadurch verringern sich Unsicherheiten und Missverständnisse während des Anflugs.  

Das Approach Briefing sollte die folgenden Elemente des Anflugs und der Landung (inkl. Durchstartverfahren!) beinhalten:

  • ATIS abgehört (falls vorhanden)
  • Zu erwartende aktive Piste und Pistenzustand (trocken, nass, Gras, befestigt)
  • Benötigte Landestrecke und Aufsetzpunkt
  • Wetter, Wolken, Bodenwind (Wind von vorne, Rückenwind, Seitenwind von rechts/links), Temperaturen
  • Flugplatzhöhe, Dichtehöhe
  • Anflugroute: Einordnung in den Platzverkehr inklusive Überflughöhen
  • Verfahren in der Platzrunde, Platzrundenhöhe
  • Allfällige ungewöhnliche Verfahren
  • Sonstiger Betrieb auf dem Flugplatz (z.B. Para- Betrieb, Segelflug)
  • Gelände, Hindernisse, sonstige Gefahren
  • Anfluggeschwindigkeiten
  • Durchstartverfahren
  • Ausweichflugplatz
  • Kommunikation (Flugplatzfrequenz eingestellt und ev. Bodenfrequenz vorselektioniert)

Themenverwandte Informationen

Auch ein seriöses Departure Briefing kurz vor dem Start spielt für die Sicherheit eine wichtige Rolle. Bei diesem Briefing verifiziert der Pilot seine Absichten und spielt insbesondere seine Reaktion auf abnormale Situationen nochmals mental durch.

Das Departure Briefing sollte die folgenden Elemente beinhalten:

  • ATIS abgehört und der Boden- oder Turmfrequenz die Kennung bestätigt (falls vorhanden)
  • Aktive Piste und Pistenzustand (trocken, nass, Gras, befestigt)
  • Normaler, Short field, Soft field takeoff
  • Benötigte Startstrecke und Startabbruchpunkt
  • Wetter, Wolken, Bodenwind (Wind von vorne, Rückenwind, Seitenwind von rechts/links), Temperaturen
  • Flugplatzhöhe, Dichtehöhe
  • Ausflugroute, maximale/minimale Höhen über Ausflugpunkten/Sektoren
  • Allfällige ungewöhnliche Verfahren
  • Sonstiger Betrieb auf dem Flugplatz (z.B. Para- Betrieb, Segelflug)
  • Gelände, Hindernisse, sonstige Gefahren
  • Abhebe- und Abfluggeschwindigkeit
  • Abnormale Situation (Startabbruch) und Notfall (Motorausfall unterhalb von 1000 Fuss über Grund und Motorausfall oberhalb 1000 Fuss über Grund)

Weiterführende Informationen

Kontakt

Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL

Sicherheits- und Risikomanagement (SRM)
3003 Bern

occurrence@bazl.admin.ch

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