Vermeidung von Luftraumverletzungen

SWANS-LL-2008-001

Anlass

Ein unbekanntes Flugzeug mit Transpondercode 7000 fliegt auf 2'900 ft in eine CTR ein. Nach ca. vier Minuten macht das Flugzeug eine Linkskurve Richtung ILS und verlässt die CTR wieder parallel zur ILS mit einem Abstand von ca. zwei Meilen. Ein Verkehrsflugzeug, das auf dem ILS war, musste auf 4'000 ft den Anflug abbrechen, um das unbekannte Flugzeug zu überfliegen. Der Pilot des unbekannten Flugzeuges schilderte in seinem Rapport die Luftraumverletzung wie folgt: Ich habe mit Passagieren aus der Region des Flughafens ab einem nahe gelegenen Flugplatz einen Flug unternommen. Diese fragten mich, ob ich ihr Haus überfliegen könnte, welches am Rande der CTR liegt. Zur Sicherheit habe ich den Transpondercode auf 7000 belassen. Die Passagiere haben ihr Haus nicht gefunden und ich habe ihnen beim Suchen geholfen. Sehr schnell habe ich dann festgestellt, dass ich mich in der CTR befand. Ich wollte die ATC kontaktieren, konnte aber keinen Kontakt herstellen. Vermutlich war das Mikrophon nicht korrekt eingesteckt. In diesem Moment machte ich eine 180° Kurve, um den kontrollierten Luftraum schnell wieder zu verlassen.

BAZL Kommentar

Dieser Vorfall ereignete sich im Jahr 2007 im Schweizerischen Luftraum und ist als Luftraumverletzung (Airspace Infringement) zu qualifizieren. Luftraumverletzungen sind eines der Hauptrisiken in der Schweizer Aviatik. Bereits aus dem Jahresbericht 2006 des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) ging hervor, dass ein Grossteil aller gemeldeten Vorfälle Luftraumverletzungen betraf. Die Auswertung der Meldungen im Jahr 2007 zeigte gegenüber 2006 sogar eine Zunahme von Luftraumverletzungen. Die EUROCONTROL hat 2006 eine Initiative gestartet mit dem Ziel, einen Aktionsplan zur europaweiten Reduktion des Gefahrenpotenzials betreffend Luftraumverletzungen zu entwickeln. Dabei hat sie auch die Faktoren analysiert, die in der Schweiz zu Luftraumverletzungen führten. Um die Luftraumnutzer auf das anhaltende Risiko hinzuweisen, wurde seitens BAZL eine Plakatkampagne zum Thema „Airspace Infringements" lanciert. Ebenso wurde eine Safety Notification Data (SAND) mit den aktuellsten Zahlen (2007) veröffentlicht. Weitere Informationen bieten die nachfolgenden Links.

Weiterführende Informationen

Bundesamt für Zivilluftfahrt

Sicherheits- und Risikomanagement
CH-3003 Bern
Fax: +41 (0)31 323 5983
srm@bazl.admin.ch
https://www.bazl.admin.ch/content/bazl/de/home/fachleute/sicherheits--und-risikomanagement/safety-promotion/lessons-learned--swans-/vermeidung-von-luftraumverletzungen0.html