Fliegen im Gebirge

FOCA SAND-2015-002

Anlass

Die Flugsaison steht wieder vor der Tür, und mit ihr Passagierflüge in und über die Alpen, sowie Alpeneinweisungen. Bei dieser Art von Flügen gilt es Regeln zu beachten, welche im Falle einer Notlandung im Gebirge überlebenswichtig sein können. Zudem gilt es auch zu beachten, dass nicht alle Passagiere mit dem Fliegen und dem Gebirge vertraut sind. Die nachfolgenden Tipps sollen der Flugvorbereitung dienen und den nächsten Flug zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Empfehlung

Zu jedem Flug gehört eine seriöse Flugvorbereitung:

  • Wohin geht der Flug, welche Route wird gewählt?
  • Am Vorabend des Fluges findet ein erstes Meteo-Briefing statt (ist ein Flug realistisch, kann die gewählte Route geflogen werden, was gibt es für Alternativen, sind diese wirklich sicherer?)
  • Die Passagiere können schon am Vorabend informiert werden, ob der Flug möglicherweise durchgeführt werden kann. In diesem Zusammenhang werden die Passagiere gebeten, Folgendes mitzunehmen oder anzuziehen:
    • Gutes Schuhwerk (z. B. Wanderschuhe)
    • Warme Kleidung (Pullover, Jacke)
    • Sonnenbrille
  • Am Tag des vorgesehenen Fluges findet ein zweites, detailliertes Meteo-Briefing statt, inkl. DABS und NOTAM.
  • Wie schwer sind die Passagiere? Wieviel Treibstoff wird benötigt? Aufgrund dieser Angaben wird eine „Mass and Balance" Berechnung gemacht und die Start- und Steigleistung unter Einbezug der meteorologischen Bedingungen („Density Altitude") wird bestimmt.
  • Es wird empfohlen, beim C-Büro eine Fluganmeldung aufzugeben. Eventuell ist auch ein Flugplan sinnvoll und bei Überquerung der Landesgrenzen nötig.
  • Ausserdem ist es empfehlenswert, die Gebirgsfrequenz 130.355 MHz zu wählen und den Funkverkehr zu überwachen (siehe auch FOCA SAND-2013-003)
  • Es ist auf eine angemessene Flugtaktik zu achten gemäss separaten Lehrbüchern.

Anmerkung

Fliegen im Gebirge fordert vom Piloten höchste Konzentration. Die Auswirkungen von Sauerstoffmangel auf den Körper sowie die Höhe, ab welcher die Symptome auftreten, sind individuell sehr verschieden (Alter, Schlafmangel, Alkohol-Genuss am Tag vor dem Flug, Raucher). Generell ist schon ab einer Höhe von 2000 Metern AMSL eine verminderte Leistungsfähigkeit erkennbar. Wird beispielsweise mehr als 30 Minuten über einer Höhe von 12‘500 Fuss geflogen, sollte Sauerstoff benutzt werden. Dazu auch folgende Überlegungen: Wie fit sind meine Passagiere? Wie könnten sie auf die grosse Höhe, Sauerstoffmangel reagieren?

Mit dieser BAZL-Publikation werden allfällige Revisionen und Neupublikationen zu dieser Thematik nicht sichergestellt.

Weiterführende Informationen

Kontakt

Bundesamt für Zivilluftfahrt

Safety Risk Management
3003 Bern

srm@bazl.admin.ch

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