Betriebsgenehmigung nach SORA

Der Begriff SORA ist eine Abkürzung von «Specific Operations Risk Assessment» und umfasst eine Methodologie, mit der das Risiko bewilligungspflichtiger Drohnenoperationen systematisch identifiziert wird. Für alle Drohnenflüge, die weder mit einem STS noch mit einem PDRA abgehandelt werden können, ist ein Antrag gemäss SORA nötig, der spezifisch auf die geplante Operation zugeschnitten ist.

Worum geht es?

Wieso brauche ich eine Betriebsgenehmigung nach SORA?

Die SORA-Methodologie wird verwendet, um das Risiko zu bestimmen, das von einer komplexen Drohnenoperation ausgeht. Hier sind Operationen eingeschlossen, die ausserhalb des direkten Sichtkontaktes (BVLOS) stattfinden, die maximale Flughöhe von 120 Metern übersteigen oder eine Drohne verwenden, deren maximales Abfluggewicht (MTOM) höher ist als 25 Kilogramm. 

Die SORA-Methodologie in Kürze

Die SORA-Methodologie steht für einen iterativen Prozess bei dem das Risiko komplexer Drohnenoperationen systematisch identifiziert wird: Die Antragsteller bestimmen hierbei im Rahmen von insgesamt 10 Schritten selbst, wo, wann und wie sie ihre Operation durchführen, ohne dabei Menschen und Objekte in der Luft oder am Boden zu gefährden. Am Ende dieses Prozesses resultiert eine detaillierte Beschreibung der geplanten Operation und der Risiken, die damit verbunden sind sowie der Massnahmen, die zur Risikomitigierung notwendig sind.

Vorbereitung

Kenntnisse

Da die Risikoanalyse vom Antragsteller (bspw. ein Unternehmen, das die komplexe Operation durchführen will) selbst gemacht wird, sind Kenntnisse der Luftfahrt sowie der in der Luftfahrt üblichen Nachweisführung zur Überprüfung sicherheitsrelevanter Systeme eine grundlegende Voraussetzung. Je nach Komplexität der geplanten Operation ist die Anwendung der SORA-Methodologie anspruchsvoll, insbesondere wenn die Risikoanalyse von Drohnenflügen nicht im Kerngeschäft eines Unternehmens liegt.

Weitere Unterstützung

Mit dem Ziel, die dahinterliegende Prozesse zu vereinfachen und zu standardisieren haben das BAZL, die EASA sowie andere Gremien wie JARUS spezifische Leitfäden publiziert (GM), die detailliert die Bedingungen beschreiben, die eine vollständige SORA Dokumentation beinhalten muss. Ferner gibt es Unternehmen, die auf die Anwendung von SORA spezialisiert sind und externe Beratungen anbieten.

Der Weg zur Bewilligung

Die Erstellung einer Risikoanalyse nach der SORA Methodologie ist ein iterativer Prozess und nimmt Zeit in Anspruch und geschieht im Austausch mit dem BAZL. Je nach Komplexität eines Projektes und den notwendigen Anpassungen der Sicherheitsbewertung (Safety Case) nach der Beurteilung durch das BAZL kann sich daher der gesamte Prozess einer erfolgreichen Evaluation über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Der gesamte Bewilligungsprozess – vom Erstkontakt mit dem BAZL, über die ausgefüllten SORA-Dokumenten bis zur Bewilligung – kann mit folgenden Schritten zusammengefasst werden (nur in Englisch verfügbar):

Änderung einer bereits bewilligten Operation

Um eine operationelle oder technische Änderung einer vom BAZL bereits genehmigten Drohnenoperation anzumelden, verwenden Sie bitte das folgende Formular, damit Ihre Genehmigung anschliessend entsprechend angepasst werden kann.


Weiterführende Informationen


Letzte Änderung 29.06.2021

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