SH Nr. 10: Betrieb mit nicht vollständig geladener Batterie
Im Zuge der Sicherheitsuntersuchung über den Unfall des Flugzeuges DynAero MCR-ULC, HB-WAR, vom 13. Dezember 2015 auf dem Flugplatz Locarno (LSZL), hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungesstelle SUST ein Sicherheitsdefizit identifiziert und in ihrem Schlussbericht Nr. 2313 u. a. den Sicherheitshinweis SH Nr. 10 ausgesprochen.
Zielgruppe(n)
Halter und Eigentümer von Flugzeugen, die auf elektrische Systeme angewiesen sind, welche zwingend für die Fortführung eines
Fluges notwendig sind.
Sicherheitshinweis
Es sollte sichergestellt werden, dass die Besatzungen über die möglichen Auswirkungen eines Starts mit einer unvollständig geladenen Batterie informiert sind und entsprechende Verfahren zur Kontrolle des Ladezustandes der Batterie in den Vorgaben des Halters beschrieben werd
Sicherheitsdefizit
Die Treibstoffzufuhr in der MCR-ULC mit Rotax 914 Motor wird mittels zweier elektrischer Treibstoffpumpen sichergestellt. Bei einem Ausfall des Generators bzw. des Reglergleichrichters können die Treibstoffpumpen mit einer vollständig geladenen Batterie über einen Zeitraum von maximal 30 Minuten weiterbetrieben werden, bevor sie ausfallen und folglich der Motor abstellt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Batterie vor jedem Flug vollständig geladen ist.
In den Verfahren, die im Flugzeugflughandbuch (aircraft flight manual – AFM) der MCR-ULC beschrieben sind und die vor dem Flug am Boden ausgeführt werden, ist keine Kontrolle des Ladezustandes der Batterie vorgesehen. Ausserdem sind die möglichen Auswirkungen eines Starts mit einer unvollständig geladenen Batterie nicht ausführlich beschrieben.