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Fazit

Fakten basieren auf Daten: Die Analyse von knapp 15 000 bearbeiteten Vorfällen ermöglicht es dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), auch im Jahr 2025 die wichtigsten Sicherheitsthemen und die damit verbundenen Risiken zu identifizieren. Diese betreffen die fünf Hauptbereiche Flugplätze, Flugsicherung, Flugbetrieb, Helikopter und Flugtechnik.

Die systematische Auswertung der Daten ist entscheidend, um Risiken laufend zu beurteilen. Auf dieser Grundlage kann das BAZL gezielte Massnahmen einleiten und so die Sicherheit der Schweizer Zivilluftfahrt kontinuierlich weiter verbessern. Der datenbasierte Ansatz ermöglicht es dem BAZL, Entscheidungen risikobasiert zu treffen und Ressourcen gezielt einzusetzen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt FASST-CH. Ihr Ziel ist es, den Schweizer Luftraum nach dem Prinzip «see, sense and avoid» sicherer zu machen – unter anderem durch eine bessere Sichtbarkeit aller Luftraumnutzenden mittels sogenannter e-conspicuity. Die Analyse der Vorfallmeldungen liefert dabei wichtige Hinweise zu Schweregrad und Ort der Ereignisse.

Die Zahl der gemeldeten Luftraumverletzungen ist gestiegen: 2025 wurden 650 Ereignisse registriert gegenüber 439 im Jahr 2024. Auch die Rate pro 10’000 Bewegungen (8.5) erhöhte sich (8.5 im 2025 gegenüber 5.4 im 2024).

In der neuen Terminal Maneuvering Area (TMA) über Zürich kam es in den ersten Monaten nach ihrer Einführung häufiger zu Luftraumverletzungen – ein erwarteter Effekt bei Änderungen der Luftraumstruktur.

Auch die Zahl der gemeldeten Konflikte zwischen Flugzeugen und Drohnen (Airborne Conflicts with RPAS) ist gestiegen: von 56 im Jahr 2024 auf 105 im Jahr 2025. Hauptgrund dafür ist das neue Drohnenerkennungssystem in Zürich, das mehr Ereignisse sichtbar macht. Ebenso nahm die Zahl der gemeldeten Konflikte zwischen Drohnen und Helikoptern zu: 19 im Jahr 2025 gegenüber 10 im Jahr 2024).

Als mittelfristige Lösung setzt das BAZL auf das Projekt Future Aviation Surveillance Services and Technologies (FASST-CH). Ziel ist es, moderne Überwachungsdienste und -technologien zu prüfen und einzuführen. So sind alle Verkehrsteilnehmenden im Luftraum besser sichtbar:  Konflikte werden frühzeitig erkannt. Für FASST-CH arbeitet das BAZL eng mit der Schweizer Luftfahrtbranche sowie der Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) zusammen.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Flughafen Zürich. Hier bestehen Risiken am Boden und in der Luft. Das Betriebssystem des verkehrsreichsten Schweizer Landesflughafens ist komplex. Um das Kollisionsrisiko weiter zu senken, sind verschiedene Massnahmen vorgesehen. Dazu gehören Pistenverlängerungen, Anpassungen im Flughafenlayout – etwa Umrollungen, Schnellabrollwege oder andere Pistenkreuzungen – sowie aktualisierte Flugverfahren.

Vorfallmeldungen aus dem Umfeld des Flughafens sind entscheidend, um die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken realistisch einzuschätzen. Diese Daten flossen in die Neugestaltung des Zürcher Luftraums 2025 ein. Der neue Luftraum enthält zusätzliche Sicherheitspuffer für Ab- und Anflüge. Zudem prüft das BAZL weitere Massnahmen im Zusammenhang mit dem Betriebsreglement 2014/2017, insbesondere Starts in Richtung Süden geradeaus auf Piste 16 bei Bise.

Es gibt weitere Sicherheitsthemen. So hat die Zahl der unstabilisierten Anflüge – also Anflüge, bei denen Stabilisierungskriterien wie Position, Höhe, Geschwindigkeit oder Konfiguration unterhalb einer fest definierten Entscheidungshöhe nicht eingehalten werden – auf einem tiefen Niveau zugenommen. Diese Meldungen kommen vorwiegend aus der kommerziellen Luftfahrt. Das BAZL hat das Problem früh erkannt, analysiert und mit den betroffenen Unternehmen besprochen. Erste Verbesserungsmassnahmen wurden bereits eingeleitet. Zusätzlich wurden die Inspektoren in Weiterbildungsseminaren für dieses Thema sensibilisiert.

Auch die Zahl renitenter oder rauchender Passagiere (Unruly Passengers) ist weiter gestiegen. Im Jahr 2025 wurden über 2000 Fälle gemeldet, was einer Zunahme von 15% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Im Helikopter-Bereich stehen die spezialisierte Tätigkeit (Specialised Operations, SPO) wie jene für die Landwirtschaft und Schulungsflüge weiterhin im Fokus. Die Ursachen von Helikopterunfällen sind vielfältig. Das BAZL analysiert  einen grossen Teil der Vorfälle und steht dabei auch mit der SUST in Kontakt.

Die Zahl der gemeldeten Lufttüchtigkeitsvorfälle (Airworthiness) nahm 2025 um 26% zu. Die Hauptgründe: Das BAZL verbesserte gemeinsam mit den Organisationen das Meldewesen; es führte Änderungen in der Risikoklassierung durch und passte die Schwelle für die Meldung von Vorfällen bei verschiedenen Organisationen an.

Internationale Entwicklungen wirken sich auf die Sicherheit aus. Dazu gehören zunehmende GPS-Störungen durch GNSS-Spoofing oder -Jamming sowie der Anstieg von Vorfällen mit schwierigen Passagieren. Beide Themen stellen ein Sicherheitsrisiko dar und werden vom BAZL kontinuierlich beobachtet.

Die Arbeit geht weiter. Die Sicherheit der Zivilluftfahrt hat beim BAZL oberste Priorität. Grundlage dafür bilden die Analyse gemeldeter Vorfälle, Erkenntnisse aus Audits und Inspektionen, Unfallberichte sowie internationale Entwicklungen. Eine wichtige Rolle spielen zudem die Berichte und Empfehlungen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST).

2025 aktualisierte das BAZL den Schweizer Flugsicherheitsplan Swiss Aviation Safety Plan (SASP) 2025–2027. Darin enthalten sind die Erkenntnisse aus Berichten, die Empfehlungen der SUST und die Daten aus dem Annual Safety Report 2025 Alle diese Elemente zusammen bilden die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Schweizer Luftfahrtpolitik.

Das übergeordnete Ziel bleibt unverändert: wachsam bleiben, neue Trends und Risiken früh erkennen und vorausschauend handeln – für die Sicherheit von Passagieren, Besatzungen und Bevölkerung.

Das BAZL dankt der Aviatik-Community für das Melden sicherheitsrelevanter Vorfälle. Sie sind von grossem Wert. Denn sie ermöglichen es, aus Erfahrungen zu lernen und die Sicherheit der Zivilluftfahrt gezielt weiter zu verbessern.

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