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Flugbetrieb: planen, informieren, durchführen, überwachen, melden

Pilotinnen und Piloten, Kabinenbesatzung, Flugplanungsabteilung der Fluggesellschaft, Bodenpersonal, Ingenieure und Fluglotsen: Damit ein Flug im kommerziellen Luftverkehr sicher ist, sind verschiedene Akteure beteiligt. Den Flug planen, durchführen, überwachen: Der Flugbetrieb – auch Flight Operation genannt – umfasst Aktivitäten und Verfahren, die den sicheren und effizienten Einsatz eines Flugzeugs gewährleisten.

Bestimmung der optimalen Flugroute, der Flughöhe, des Treibstoffbedarfs gehören zur Planung eines Flugs. Hinzu kommen die Wetterbedingungen, der Luftverkehr auf der geplanten Route und die Luftraumbeschränkungen. Auch ist vor jedem Flug eine gründliche Vorfluginspektion erforderlich. Das Ziel: Sicherstellen, dass sich das Flugzeug in einem ordnungsgemässen Zustand befindet. Bevor die Passagiere an Bord gehen, überprüft der Kommandant den Flugzeugrumpf, das Fahrwerk, die Steuerflächen, die Triebwerke, die Avionik- oder Navigationssysteme. Die Cockpit- und Kabinenbesatzung erhält die Informationen über die Flugroute, den Treibstoffbedarf, die Wetterbedingungen, Ausweichflughäfen, die Anzahl Passagiere und die Fracht – auch das findet in der Planungsphase statt.

Die Systeme des Flugzeugs, die Navigation und die Wetterbedingungen zu überwachen, gehören während des Flugs zu den Aufgaben der Pilotinnen und Piloten. Sie stehen in stetigem Kontakt mit den Fluglotsen. Die Lotsen erteilen Anweisungen und Freigaben und sorgen für eine sichere Trennung zwischen den Flugzeugen auf dem Boden und in der Luft.

Nach der Landung wird das Flugzeug einer Nachkontrolle unterzogen. Unstimmigkeiten, Zwischenfälle oder Abweichungen vom ursprünglichen Flugplan – die Piloten melden diese Informationen den zuständigen Stellen.

Das Kabinenpersonal ist für die Sicherheit der Passagiere während des Flugs verantwortlich. Sicherheitsanweisungen und -demonstrationen vor dem Flug erteilen; Sicherheitsausrüstung überprüfen; sicherstellen, dass die Passagiere angeschnallt sind und das Handgepäck korrekt verstaut ist. Die Cabin Crew prüft, ob es an Bord Sicherheitsrisiken gibt. Dazu gehören auch schwierige Passagiere, die mit ihrem Verhalten die Sicherheit beeinträchtigen.

GPS-Störung

Um was es geht

Der Flugbetrieb verwendet das GPS-Signal (Global Positioning System) für die Navigation und Positionsbestimmung. Das GPS empfängt Signale von einem Satelliten-Netzwerk auf der Erdumlaufbahn. Das Signal ermöglicht den Flugzeugen, ihre genaue geografische Position, Höhe und Geschwindigkeit zu bestimmen. Um diese Signale für militärische Zwecke in der Luft zu blockieren oder zu stören, kommen am Boden verbotene Geräte zur Frequenzmanipulation zum Einsatz. GPS-Störungen treten vor allem nahe von geografischen Konfliktzonen auf – so in Osteuropa und im Nahen Osten.

Ein Beispiel

Ein Passagierflugzeug überfliegt den Nahen Osten. Plötzlich übermittelt das GPS eine fehlerhafte Position. Die Besatzung beschliesst, das GPS abzuschalten und den Flug mit anderen Funknavigationsgeräten fortzusetzen. Da kritische Systeme redundant, das heisst an Bord mehrfach vorhanden sind, hat dies keine negativen Folgen auf die Sicherheit des Flugs. Nach zehn Minuten ist das GPS-Signal zurück. Das Flugzeug nimmt die normale Navigation wieder auf.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

Beim BAZL gingen rund 4270 Meldungen zu GPS-Störungen ein. In den letzten Jahren ist die Zahl stetig gestiegen: Waren es vor drei Jahren noch 1390, war 2025 gegenüber 2024 (4082) nur noch eine Zunahme von 5% zu verzeichnen. GPS-Störungen gelten als weltweit weit verbreitetes Problem. Rund 80% der Vorfälle ereigneten sich in Südosteuropa und im Nahen Osten. Sie betrafen Gebiete mit militärischen und politischen Konflikten.

An Bord eines Linienflugzeugs gibt es eine Vielzahl an Navigationsgeräten. Deshalb haben GPS-Störungen generell eine geringe Auswirkung auf die Sicherheit. In der Schweiz kam es zu einzelnen Zwischenfällen ohne nennenswerte Folgen. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) untersucht solche Fälle.

Unruly Passengers: aufsässige, schwierige Passagiere

Um was es geht

Unruly Passengers sind Fluggäste, die sich gegenüber anderen Fluggästen oder der Besatzung aggressiv oder gewalttätig verhalten, das Flugzeug beschädigen oder am Flughafen randalieren. Sie gefährden die Sicherheit am Boden und in der Luft. Verantwortlich dafür sind meistens Alkohol, Drogen oder Arzneimittel.

Anders erklärt: Unruly Passenger weigern sich, Anweisungen der Crew zu befolgen; sie legen den Sicherheitsgurt nicht an oder missachten das Rauch- oder Alkoholverbot. Sie fluchen, beschimpfen, drohen, verbreiten Falschmeldungen inklusive Bombendrohungen. Mögliche Folgen sind: Geldstrafen und Strafverfolgung, finanzielle Haftung für Kosten, die durch Verspätungen oder Umleitungen entstehen und schliesslich dauerhafte Flugverbote. Internationale Luftfahrtbehörden wie die International Civil Aviation Organization ICAO und die International Air Transport Association IATA kennen strenge Vorschriften für schwierige Passagieren; die Fluggesellschaften verfolgen eine Null-Toleranz-Politik.

Ein Beispiel

Ein Passagier wird beim Rauchen auf der Toilette erwischt. Das Kabinenpersonal weist ihn auf das Verbot hin und fragt ihn nach Personaldaten und Reisepass. Er verweigert die Auskunft. Seine Reaktion: sehr aggressiv und gewalttätig. Die Piloten informieren die Flugsicherung, dass bei der Ankunft im Zielflughafen die Polizei benötigt wird. Die Polizei nimmt den Passagier nach der Landung fest. Ihm drohen strafrechtliche Schritte und eine Busse.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

2025 verzeichnete die Meldestelle 2043 Vorfälle: In 581 Fällen meldeten Fluggesellschaften wie Swiss, Edelweiss, EasyJet Switzerland, Helvetic Airways und Chair, dass sich Passagiere trotz Aufforderung weigerten, ihre Sicherheitsgurte anzulegen oder ihr Gepäck korrekt zu verstauen (+34%). Weiteres unangemessenes Verhalten umfasste verbale Auseinandersetzungen von Passagieren mit der Crew oder anderen Passagieren (523 Fälle, +45%), in 91 Fällen kam es zu Gewalt und in 46 Fällen zu sexuellen Belästigungen. Hinzu kommen Missachtungen des Rauchverbots (298 Fälle) sowie übermässiger Alkohol- oder Drogenkonsum (400 Fälle).

Das BAZL verhängte im 2025 166 Bussen und eröffnete 205 Verwaltungsstrafverfahren. Die Bussen lagen zwischen 300 und 1100 Schweizer Franken.

Überschreitungen der Flugparameter

Um was es geht

Pilotinnen und Piloten oder äussere Einflüsse wie Wetterturbulenzen oder Windscherungen können Überschreitungen von Flugparametern verursachen. Dazu gehören eine zu schnelle Änderung der Fluggeschwindigkeit, der Flugrichtung oder der Fluglage sowie das Überschreiten der technischen Grenzen von Luftfahrzeugsystemen.

Ein Beispiel

Ein Passagierflugzeug gerät in der Anflugphase auf einen Flughafen in schwere Turbulenzen. Der Pilot korrigiert über die Höhenrudereingaben. Das reicht nicht. Der Alarm wegen übermässiger Schräglage des Flugzeugs geht los. Der Pilot entscheidet, den Anflug abzubrechen. Der zweite Anflug ist erfolgreich. Das Flugzeug landet sicher.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

Zu den Überschreitungen von Flugparametern zählen Über- oder Untergeschwindigkeit (75%), Überschreitungen der Schräglage (13%) und Abweichungen der Längsneigung (Pitch Deviations) während der Landung (4%). Die Anzahl Vorfälle pro 10 000 Flugbewegungen ging in den letzten Jahren leicht zurück. Sie stieg im Jahr 2025 auf einem niedrigen Niveau wieder an.

In der Regel waren es die Flugbesatzungen im kommerziellen Luftverkehr, welche die Überschreitung von Flugparametern meldeten. 70% der Parameterüberschreitungen ereigneten sich während der Anflug- oder der Landephase und 30% im Reiseflug. Häufigste Ursachen: Schwierige Wetterbedingungen wie Turbulenzen oder Windscherungen. Oder die Flugbesatzungen verursachten leichte Geschwindigkeitsüberschreitungen, indem sie die Landeklappen oder Vorflügel zu früh manipulieren; dies hatte keine Auswirkungen auf die Sicherheit.

Nicht stabilisierter Anflug

Um was es geht

Ein Flugzeug im Landeanflug erfüllt die festgelegten Sicherheitskriterien für einen stabilen Sinkflug während der Annäherung an die Landebahn nicht: So lautet die Definition eines nicht stabilisierten Anflugs in der Luftfahrt. Die Fluggesellschaften legen die Kriterien fest: Geschwindigkeit, Flughöhe, Sinkgeschwindigkeit, Konfiguration und Ausrichtung zur Landebahn.

Ein Beispiel

Am Zielflughafen – ein Sturm: starke Turbulenzen und Scherwinde, heftiger Regen. Beim Anflug auf die Landebahn gerät das Flugzeug in starke Turbulenzen und unterschreitet den Gleitpfad. Die Piloten entscheiden, den Anflug fortzusetzen. Sie setzen die Landung mit starken Korrekturen des Gleitpfads fort. Das Flugzeug landet hart. Nach der Landung prüfen die Mechaniker das Fahrwerk auf mögliche Schäden.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

Nicht stabilisierte Anflüge werden vorwiegend aus der kommerziellen Luftfahrt gemeldet. 2025 kam es zu Abweichungen von den geforderten Stabilisierungskriterien wie Flughöhe, Sinkgeschwindigkeit, Geschwindigkeit und Konfiguration mit korrekter Flugroute und Ausrichtung auf die Mittellinie beim Anflug auf die Landebahn. Die häufigste Ursache für die Abweichungen von den Zielwerten: ungewöhnliche Wetterbedingungen wie Turbulenzen, Windscherungen und wechselnde Gegen- oder Rückenwinde.

2025 war in dieser Kategorie eine Zunahme auf tiefem Niveau zu beobachten. Es gab jedoch weder Unfälle noch schwere Zwischenfälle. Wenn bei einem unstabilisierten Anflug an der fest definierten Entscheidungshöhe kein Durchstartmanöver durchgeführt und der Flug zu einer Landung fortgesetzt wird, kommt es im Anschluss zu einer vertieften Analyse durch die Sicherheitsabteilungen der Fluggesellschaften. Für diese Analysen werden die gemessenen Daten aus dem Flugdatenrekorder ausgewertet. Das Resultat aus dieser Analyse wird mit den Flugbesatzungen besprochen mit dem Ziel, sich fortlaufend zu verbessern.

Abweichung von Verfahren und Checklisten

Um was es geht

Technik und Systeme in einem Flugzeug werden immer komplexer. Um die Fehler beim Flugzeugbetrieb zu minimieren, sind genau definierte Verfahren und Checklisten erforderlich. Diese geben den Pilotinnen und Piloten vor, wie zu fliegen ist und wie sie die Technik richtig einsetzen.

Ein Beispiel

Das Kabinenpersonal ruft die Piloten an. Die Piloten sind abgelenkt. Sie vergessen, beim Abarbeiten der Checklisten die Wölbklappen zu setzen. Diese standen noch auf null Grad, als die Piloten den Druckknopf für die elektronische Überprüfung der Konfiguration drücken. Der Alarm geht los. Sie quittieren den Alarm und stellen die Wölbklappen in die richtige Position. Nach der Korrektur nimmt das Flugzeug den normalen Betrieb wieder auf.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

Abweichungen von Verfahren und Checklisten werden vor allem aus dem kommerziellen Flugbetrieb gemeldet. Hier gab es keine Unfälle oder schweren Vorfälle. Während die Anzahl der Vorfälle in den Vorjahren konstant geblieben ist, war 2025 wieder eine Zunahme zu beobachten.

Zu den gemeldeten Vorfällen gehören verspätete Konfiguration oder Einstellung von Spoilern, Wölbklappen, Höhenmesser, Flugzeugtrimmung oder Nichteinhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Ursache: Durch Kommunikation, Lärm, Navigation oder Wetter abgelenkte Pilotinnen und Piloten im Cockpit, was zu fehlenden oder verspäteten Korrekturen während des Flugs führte. Solche Zwischenfälle ereigneten sich in allen Flugphasen.

In der Privatfliegerei gab es einen Unfall zu verzeichnen: Der Pilot kontrollierte die Einstellung der Kraftstoffzufuhr nicht. Deshalb kam es später zu einem Motorausfall. Er musste eine Notlandung einleiten. Dabei überschlug sich das Flugzeug. Der Pilot konnte aussteigen und blieb unverletzt. Einen schweren Vorfall gab es bei einem Schleppmanöver eines Segelflugzeugs: Nach der Schleppung war das Seil nicht ganz aufgerollt worden; es beschädigte bei der Landung ein anderes Flugzeug.