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Helikopter: transportieren, retten, überwachen

Ein Rind mit einem gebrochenen Bein von einer Alp ins Tal transportieren; einen Waldbrand löschen; eine verirrte Wanderin retten: Helikopter kommen in verschiedenen Aktivitäten zum Einsatz – im zivilen Bereich meistens für den Transport von Personen und Gütern sowie für Notfall- und Rettungseinsätze.

Der Betrieb von Helikoptern verlangt – im Vergleich zu anderen Luftfahrzeugen – einzigartige Anforderungen und Fertigkeiten. Ob Lufttransport oder -überwachung, Rettungseinsätze oder medizinische Evakuierungen: Helikopter-Operationen erfordern eine spezielle Ausbildung für Pilotinnen und Piloten und Bodenpersonal.

Wichtig zu wissen: Wie viele Meldungen zu Vorfällen mit Helikoptern jährlich eintreffen, ist sehr unterschiedlich; die Anzahl insgesamt gering. Die Kategorien zu analysieren, Entwicklungen und Trends festzustellen, ist nur bedingt möglich.

Rotor-Kollisionen

Um was es geht

Kabel oder Drähte, Bäume, Masten: Der Haupt- oder Heckrotor berührt bei einer Helikopter-Operation ein Hindernis am Boden. Der Helikopter wird beschädigt.

Ein Beispiel

Ein Helikopter setzt bei einem Bauernhof eine Person ab. Das Gelände ist für eine Landung zu steil. Deshalb versetzt der Pilot die Maschine um einige Meter nach links. Er kommt einem Baum zu nahe; der Abwind (Downwash) drückt einen Ast weg. Nach der Landung lässt der Downwash nach. Der Ast schlägt zurück, so weit, dass einige Zweige und Blätter die Endkappen der Rotorblätter berühren. Grüne Spuren an der Eintrittskante der Endkappen sind sichtbar.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

2025 gab es 5 Meldungen (0.66 pro 10'000 Flugstunden). Von 2022 bis 2025 waren es pro Jahr im Durchschnitt 2,25 Vorfälle (oder 0.31 pro 10'000 Flugstunden). Mit 5 Vorfällen verzeichnete 2025 einen Negativrekord. Die Gefahr und das Schadenpotenzial für Mensch und Maschine sind gross. Das BAZL verfolgt die weitere Entwicklung deshalb sehr genau.

Verlust von Ladung

Um was es geht

Es kommt vor, dass ein Teil oder die gesamte Aussenladung während des Transportflugs verloren geht.

Ein Beispiel

Ein Netz steht zum Transport bereit. Der Kunde hat es vorbereitet. Zuunterst im Netz befinden sich zwei Holzpfosten. Über den Holzpfosten: zwei grosse Säcke mit Material, ein Kühlschrank, ein Notstromaggregat. Die Pfosten sind für den Flughelfer nicht sichtbar. Der Helikopter hebt ab, fliegt weg. Die Last dreht sich. Die Holzpfosten fallen aus dem Netz.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

19 Lastverluste: so die Bilanz 2025 (2.49 pro 10'000 Flugstunden). Von 2022 bis 2025 lagen sie zwischen neun und 19 pro Jahr. Der jährliche Durchschnitt der letzten vier Jahre beträgt 15.5 (2.09 pro 10'000 Flugstunden) . Die Rate der Anzahl gemeldeter Vorfälle ist 2025 somit etwas höher. Die häufigste Ursache: mangelhafte Vorbereitung der Ladung, dies nicht zuletzt aus Zeitdruck.

Laser-Attacken

Um was es geht

Ein starkes Licht. Es tritt plötzlich auf, blendet die Pilotinnen und Piloten. Die Folgen: Von einer kurzen Ablenkung, zur vorübergehenden Erblindung und bis zu dauerhaften Augenschäden ist alles möglich. Die Besatzung eines Luftfahrzeugs zu blenden, ist illegal. Sie kann fatale Folgen haben; insbesondere in den entscheidenden Phasen, welche die volle Aufmerksamkeit der Pilotinnen und Piloten erfordern: Anflug, Start oder Tiefflug.

Ein Beispiel

Ein Helikopter fliegt die Basis an. Plötzlich: Ein Laserstrahl zielt auf die Besatzung, stört den Anflug. Der Pilot reagiert. Schnell. Er kann die Besatzung rechtzeitig warnen. Niemand wird verletzt. Er schaltet kurzzeitig die Positionslichter aus. Die Laserblendung hört auf.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

2025 gab es Meldungen zu 7 Laserattacken auf Helikopterbesatzungen; das ist erfreulich, denn es sind sechs Vorfälle weniger als im Vorjahr. Der Durchschnittswert der letzten fünf Jahre liegt bei 11 Meldungen jährlich. Das Gefahrenpotential: ziemlich gross. Die Begründung: Die Flugbesatzung besteht bei Helikoptern meistens aus nur einem Piloten. Erfolgt die Blendung in einer heiklen Flugphase – beim Tiefflug, An- oder Abflug etwas beim Flug auf einen Spitallandeplatz in dicht besiedeltem Gebiet – hat der Pilot wenig Zeit, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

Aus der Kategorie Flugzeuge trafen 2025 146 Meldungen zu Laser-Attacken ein; auch in dieser Kategorie gab es 2025 weniger Ereignisse. Im Gegensatz zu den Helikopteroperationen ist die Gefahr für ein Verkehrsflugzeug und deren Insassen etwas kleiner. Denn es befinden sich zwei Piloten oder Pilotinnen im Cockpit. In den allermeisten Fällen garantiert der Autopilot den sicheren Flug. Auch wenn die Gefahr für ein Verkehrsflugzeug etwas kleiner ist, bleibt eine Gefahr bei Laserattacken bestehen: bleibende Augenschäden bei der Besatzung.

Kollision mit Kabeln oder Drähten

Um was es geht

Transportkabel im Gebirge, Hochspannungsleitungen, Drähte: Für Helikopter stellen solche Hindernisse eine grosse Gefahr dar.

Ein Beispiel

Material von einer Alp ins Tal fliegen – so der Auftrag. Im Anflug auf den Abladeplatz berührt der Helikopter ein Kabel und stürzt ab.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

2025 gab es zwei Meldungen (0.26 pro 10'000 Flugstunden); der Schweregrad der Vorfälle: hoch. Bei beiden Vorfällen gab es keine Verletzten; die SUST untersuchte beide Vorfälle, die Ursachen sind vielschichtig.

Zur Erinnerung: Kollisionen mit Kabeln oder Drähten sind lebensgefährlich. Bei zwei Unfällen 2022 verlor ein Pilot sein Leben; ein zweiter wurde schwer verletzt. Das Thema: ein Dauerbrenner. Um sich ein genaues Bild zu verschaffen, führte das BAZL 2023 ein detailliertes Risk Assessment durch. Meldeprozess, Eintrag von Kabeln in die Luftfahrthindernis-Datenbank, standardisierte Prozesse (Standard Operation Procedures SOP), datenbankbasierte Warnsysteme an Bord von Luftfahrzeugen, Projekt Rope Tracker zur genaueren Kartierung der Kabel, Markierung der Kabel mittels Kugeln, Projekt Remote von BAZL, Luftwaffe und Rega zum Entfernen nicht mehr benutzter Kabel und, und, und: Das BAZL berücksichtigte alle verfügbaren Informationen, um das Risiko einzuschätzen und tauscht sich dazu auch mit dem Dachverband Swiss Helicopter Association (SHA) aus.

Personenunfälle bei Flügen mit Unterlast und Windenoperationen (Hoist Operation)

Um was es geht

Dem Helikopter wird an einer Transportleine Fracht angehängt – Unterlast genannt. Ein Unfall passiert: Die Unterlast verletzt eine Person. Eine verletzte Person muss in schwierigem Gelände geborgen werden. Kann der Helikopter nicht nahe genug landen, benutzt die Rettungsmannschaft die Rettungswinde.

Zwei Beispiele

Ein Helikopter transportiert Gussrohre. Der Helikopter hat die Last bereits rund eineinhalb Meter angehoben. Da! Ein Rohr vom Stapel auf dem Boden löst sich. Es trifft einen Hilfsarbeiter am Kopf. Wie es dazu kam? Der Arbeiter war zuvor aufgefordert worden, die Rohre auf dem Stapel zu sichern. Er hat es nicht getan.

Eine Person verunfallt. Die Rettungswinde kommt zum Einsatz. Der Helikopterpilot und die Rettungsspezialistinnen schätzen das Risiko von herabstürzenden Steinen und Ästen ein. Der Pilot fliegt die Rettungsmannschaft zum Verletzten. Um das Risiko zu reduzieren, setzen sie die Winde ein. Da! Ein fingerdicker Ast bricht ab. Der Ast trifft eine Rettungsperson und verletzt sie.

Der Kommentar zu den Zahlen 2025

Bei Transporten mit Unterlasten oder dem Einsatz von Winden wurden 2025 vier verletzte Personen gemeldet (0.53 pro 10'000 Flugstunden). Das liegt unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre (0.88 pro 10'000 Flugstunden). Das Gefahrenpotential für die Personen am Boden wie Flughelfer, Bauarbeiter und Rettungspersonal ist relativ hoch. Bei Montagearbeiten und Rettungseinsätzen im unwegsamen Gelände ist das Risiko besonders gross – auch, wenn alle die persönliche Schutzausrüstung tragen, alle nicht involvierten Personen aus dem Gefahrenperimeter weggewiesen und alle Vorsichtsmassnahmen getroffen werden. Wichtig: Weiterbildung und Sensibilisierung. So am jährlich im Spätherbst stattfindenden Erfahrungsaustausch für Flughelferinnen und -helfer. Im Fokus: Gefahrensituationen richtig einschätzen und vermeiden. Empfehlenswert! Das BAZL steht hierzu mit der SUVA in engem Kontakt.