SH 58: Positionsübermittlungen durch 406-MHz-Notsender
Im Zuge der Sicherheitsuntersuchung über den Unfall des MotorflugzeugesMooney M20J, D-EMPE, vom 18. Juli 2021 beim Gotthardmassiv (UR) hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungesstelle SUST ein Sicherheitsdefizit identifiziert und in ihrem Schlussbericht Nr. 2421 u. a. den Sicherheitshinweis Nr. 58 ausgesprochen.
Zielgruppe(n)
Eigentümer und Halter von Luftfahrzeugen
Sicherheitshinweis
406-MHz-Notsender sollten auf die Fähigkeit zur Übermittlung von Positionsdatensowie auf ihre korrekte Programmierung hin überprüft und gegebenenfalls modifiziert werden.
Sicherheitsdefizit
406-MHz-Notsender sind in der Lage zur Übermittlung ihrer Position, sofern sie miteiner integrierten GPS-Datenquelle ausgerüstet oder mit einem externen GPS Empfänger verbunden sind und die ELT mit dem Protokoll für die vollständige Übermittlung der GPS-Daten programmiert sind. Einige Installationen von Notsendern weisen diese Fähigkeit nicht auf, was die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte an der Unfallstelle stark verlängern kann.
Beispielsweise verfügte ein am 18. Juli 2021 nahe des Gotthardpasses verunfalltes Motorflugzeug zwar über einen 406-MHz-Notsender, dessen Signale bereits eine Minute nach dem Unfall kurz nach 16 Uhr empfangen wurden. Da der Notsender jedoch keine Position übermittelte, konnte das Flugzeug erst nach Mitternacht und mit erheblichem Aufwand lokalisiert werden. Eine Nachrüstung ist mit geringem Aufwand verbunden.