FASST-CH: die Sicherheit im Schweizer Luftraum verbessern

In Kürze
- Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) will die elektronische Sichtbarkeit (e‑conspicuity) der Luftraumnutzenden verbessern, um die Sicherheit zu erhöhen.
- Dazu beauftragte das BAZL das Projekt Future Aviation Surveillance Services and Technologies in Switzerland (FASST-CH) eine Roadmap für Luftraumüberwachungsdienste und unterstützende Technologien bis 2035 festzulegen.
- Bis 2028 soll ein i‑conspicuity-Ökosystem entstehen, in dem alle Luftfahrzeuge elektronisch erkennbar (e-conspicuity) sind und miteinander kommunizieren können unterstützt bei einer Bodeninfrastruktur.
- Bis 2035 soll ein vollständig vernetzter Luftraum geschaffen werden. In diesem stehen den Luftraumnutzenden und der Überwachung Echtzeitdaten zur Verfügung.
- Das BAZL fordert die Flugzeughalter und -halterinnen sowie die Pilotinnen und Piloten auf, ihre Luftfahrzeuge gemäss der Technologieempfehlung auszurüsten.
- Wer sein Luftfahrzeuge ausrüstet, kann beim BAZL finanzielle Unterstützung über die Spezialfinanzierung Luftverkehr (BV87) beantragen.
Seit den Anfängen der Luftfahrt lautet eines der Grundprinzipien «See and Avoid» (Sehen und Ausweichen): andere Luftraumnutzer erkennen und ihnen ausweichen. Zur Unterstützung der Piloten bei dieser Aufgabe wurden verschiedene Technologien eingeführt; diese sind jedoch nicht ausreichend miteinander kompatibel. Obwohl die meisten Luftraumnutzer in der Schweiz über mindestens eine dieser Technologien an Bord verfügen, stellt die mangelnde Interoperabilität ein Sicherheitsrisiko dar.
Im Jahr 2023 wurde FASST-CH (Future Aviation Surveillance Services and Technologies in Switzerland) ins Leben gerufen, um dieses Problem in einem breiteren Kontext anzugehen. Die im Rahmen von FASST-CH in Zusammenarbeit mit mehreren schweizerischen und internationalen Akteuren entwickelte Vision für 2035 ist ein vollständig vernetzter Luftraum, in dem Piloten in Echtzeit auf Daten zu Verkehr, Wetter und Luftraumstatus zugreifen können.
Zu diesem Zweck fordert das BAZL im Rahmen des Projekts FASST-CH Eigentümer und Piloten auf, dafür zu sorgen, dass ihre Luftfahrzeuge elektronisch erkennbar sind, und so dazu beizutragen, den Luftraum sicherer zu machen. Zu diesem Zweck wurde eine Liste empfohlener Technologien veröffentlicht.
Der angestrebte Luftraum wird auf einem i-conspicuity-Ökosystem aufbauen, das bis 2028 realisiert werden soll. Dabei wird die Interoperabilität der Technologien in der Luft durch eine Bodeninfrastruktur ergänzt, wodurch eine vollständige Sichtbarkeit des umgebenden Flugverkehrs gewährleistet wird.
Weitere Informationen zu den Inhalten des Projekts
FASST-CH Analyse
2024 analysierte und bewertete FASST-CH die Dienste und Technologien, die eine elektronische Sichtbarkeit (e-conspicuity) im Luftraum ermöglichen.
FASST-CH Aktionsplan
FASST-CH Roadmap
i-conspicuity
Technologie-Empfehlung
Research and Development
Human factors
FAQ
ADS-B und ADS-L sind verschiedene Sichtbarkeitsprotokolle, die auf unterschiedlichen Frequenzen arbeiten.